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Veröffentlicht am 23.07.2020

Meine Antwort zur Frage von Taeglich.ME zum Thema Personalkosten

Meine Antwort zur Frage von Taeglich.ME zum Thema Personalkosten

15,2 Millionen Euro sind im Haushaltsplan 2020 für Personalaufwendungen veranschlagt - 27,5 Prozent aller Aufwendungen. Der Personalaufwand ist im Vergleich zu 2018 damit um rund 13 Prozent höher. Wie bewerten Sie die Entwicklung? Sollten die Personalkosten gesenkt, gedeckelt oder erhöht werden? Wie ist Ihre Einschätzung?

Antwort:

Vorab ist mir der Hinweis wichtig, dass wir das Thema Personal in der Verwaltung nicht allein an den Kosten fest machen. Als CDU war uns immer wichtig, dass die Verwaltung möglichst effizient aufgestellt wird und auch so arbeitet. Deshalb nehmen wir immer wieder auch die Personalaufwendungen besonders in den Blick. Uns wird deshalb gern unterstellt, wir wollten ständig Personal kürzen. Das Gegenteil war und ist richtig. Wir haben Personalaufbau zugestimmt - aber erst, wenn es unvermeidbar war und andere Möglichkeiten geprüft worden sind. Auch als Bürgermeister werde ich weiter darauf achten, dass die Verwaltung personell so schlank wie möglich, aber auch so stark wie nötig aufgestellt ist.

Dazu müssen wir an der Struktur der Verwaltung arbeiten. Wie in jedem Unternehmen müssen auch in der Verwaltung Arbeitsvorgänge und Arbeitsabläufe stetig dahingehend überprüft werden, ob es auch andere Möglichkeiten (zum Beispiel interkommunale Zusammenarbeit) der Aufgabenerledigung gibt. Dies gilt besonders bei der sogenannten „inneren Verwaltung“, also in Bereichen mit wenig Kundenkontakt. Auch hier möchte ich betonen, dass es nicht um Kündigungen und Personalabbau geht, sondern um die evtl. Schaffung von Kapazitäten für andere Bereiche. Die Verwaltung muss noch mehr Dienstleister sein. Die Bürger* innen müssen stärker erleben, dass die Verwaltung für sie und für unsere Stadt arbeitet.

Ich bin überzeugt, dass in dieser Stadtverwaltung mehr Potenzial steckt. Leistungen verbessert man weniger durch Kritik, sondern mehr durch Motivation. Dazu gehört ein Personalmanagement, das Eigeninitiative und Leistungen der Beschäftigten belohnt, aber auch klare Ziele setzt. Das gilt übrigens für Indianer und Häuptlinge. Wenn mit den Personalkosten dann auch die Leistungen steigen würden, wäre das doch auch schon mehr für Wülfrath.

Schließlich ist mir die Veränderung der Altersstruktur in der Verwaltung wichtig. Etwa die Hälfte der Beschäftigten ist älter als 50 Jahre, ein gutes Drittel älter als 55 Jahre und etwa ein Fünftel schon 60 Jahre und älter. Hier steht ein Umbruch bevor. Darin stecken Chancen - nicht nur Verwaltung schlanker zu machen, sondern sie auch zu verjüngen. Deshalb würde ich gerne die wieder begonnene Ausbildung von Verwaltungskräften ausbauen sowie mehr jungen Menschen Chancen für Führungsverantwortung bieten. Nur so lassen sich gute Kräfte länger an Wülfrath binden.

Ich setze insgesamt auf mehr Miteinander von Rat und Verwaltung – von Ehrenamt und Hauptamt. Dafür halte ich es für gut, dass ich nicht schon in der Verwaltung groß geworden, sondern in der privaten Wirtschaft gearbeitet und auch Personalverantwortung getragen habe. Als stellvertretender Bürgermeister war ich bereits sehr eng mit Ehren- und Hauptamt verknüpft. Ich freue mich darauf, aus dieser Zusammenarbeit mehr für Wülfrath zu machen.