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Veröffentlicht am 05.07.2020

Meine Antwort auf die Frage von Taeglich.ME zum Thema Wohnungsbau

Meine Antwort auf die Frage von Taeglich.ME zum Thema Wohnungsbau

Rat und Verwaltung haben vor ca. zwei Jahren die Strategie Wülfrath 22+ entwickelt, das bedeutet 22.000 + x Einwohner sollten in Wülfrath leben damit unsere Infrastruktur, die wir vorhalten, von mehr Einwohnern finanziert wird. Wülfrath soll und muss wachsen, aber behutsam. Ein zu schnelles wachsen kann mit hohen Kosten verbunden sein (Kinder- gartenplätze, Zügigkeit unserer Schulen), die den Effekt, die besseren finanziellen Einnahmen, schnell wieder aufzehren.

Um aber diese Einwohnerzahl zu erreichen, benötigen wir dringend neuen Wohnraum. Dieser soll, das ist auch Beschluss, erst einmal im Kern, bzw. auf den schon aus-gewiesenen Flächen geschehen bevor wir in den Außenbereichen weitere Flächen versiegeln.

Wir haben glücklicherweise noch einige Flächen die entsprechend bebaut werden können. Dies sind zum Beispiel: ehemaliges Autohaus Beuteführ an der Goethestraße, Haselnussweg, Flehenberg, Sportplatz Düssel, Hundertwasser Kindergarten usw.

Zusätzlich ist die Städtische Tochter GWG seit einiger Zeit endlich wieder am Markt aktiv und verbessert in Ihrem Kerngebiet nicht nur die Wohnqualität, durch Abriss bestehender Gebäude, sondern schafft zusätzlichen Wohnraum durch Verdichtung der bisherigen Flächen.Leider gibt es aber keine genauen Erkenntnisse welcher Wohnraum in Wülfrath benötigt wird. Sind es Single Wohnungen, oder sind es doch Vierzimmer Wohnungen oder sogar noch größere? Es gibt unterschiedliche Aussagen, aber keine ist wirklich mit Fakten belegbar. Deshalb ist es wichtig eine genaue Analyse vorzunehmen mit der man künftig planen kann. Damit Stadt und Politik entscheiden können, müssen wir wissen was benötigt wird. Dass es eine große Nachfrage nach „bezahlbaren“ Wohnraum gibt ist unstrittig. Aber auch hier stellt sich die Frage nach der Größe.Wichtig ist, dass wir auf die richtige Durchmischung in unseren Wohngebieten achten. Eine Idee kann deshalb sein, eine Quote für preiswerten Wohnraum einzuführen.Die GWG, als Städtische Tochter, kann diesen Bedarf alleine aber nicht decken.

Wir brauchen deshalb auch dringend Investoren und Unternehmen von außen, die in Wülfrath im Wohnungsbau investieren möchten. Damit dies gelingen kann, müssen wir die Voraussetzungen dafür schaffen. Was nicht noch einmal passieren darf, sind die Umstände die wir erlebt haben beim Kauf des Gemeindezentrums Süd durch die Stadt.Ein Investor hatte, nachdem die ev. Kirche viele Jahre vergeblich versucht hatte die Immobilie zu veräußern, sich mit dem Eigentümer auf einen Kauf geeinigt. Er wollte an dieser Stelle neuen dringend benötigten Wohnraum in Wülfrath schaffen. Zu diesem Verkaufszeitpunkt kam die Stadt auf die Idee (gemeinsam mit einer Ratsmehrheit, ohne die CDU) die Immobilie zu erwerben um dort die neue Flüchtlingsunterkunft als Ersatz für den Standort „In den Eschen“ zu schaffen. Solche Maßnahmen haben nicht nur den Bau von Wohnungen verhindert, sondern sorgen auch für einen schlechten Ruf von Wülfrath in der Baubranche. Welcher Investor plant und verhandelt schon gerne wenn am Ende die Stadt vonIhrem Recht Gebrauch macht die Immobilie zu erwerben.Wir benötigen aber diese Investoren und Firmen die sich in Wülfrath engagieren. Hier muss durch neue Aktivitäten und Gespräche verloren gegangenes Vertrauen wieder aufgebaut werden. Die im Regionalplan ausgewiesenen Flächen (z. B. Düssel West) sind, wenn überhaupt, frühestens in 15-20 Jahren interessant. Viel wichtiger und sinnvoller wäre es aber, diese Flächen im Tausch gegen andere, bessere Flächen zu nutzen.Als Beispiel wird hier immer wieder die Klinik Aprath genannt, aber auch die Bergische Diakonie hat hier ein großes Interesse ihre ungenutzten Flächen evtl. einer Wohnbebauung zur Verfügung zu stellen. Hierzu sind aber langwierige Gespräche mit den genehmigungsführenden Stellen erforderlich. Diese Gespräche sollten zeitnah und intensiv geführt werden.Als Fazit kann man nur sagen, es stehen genügend Flächen für den Wohnungsbau zur Verfügung. Hier sind wir deutlich besser ausgestattet als zum Beispiel mit Gewerbeflächen. Die bisherigen Gespräche und Maßnahmen haben in den letzten Jahren zu einem übersichtlichen Erfolg geführt. Wir müssen aktiver auf Investoren zugehen.Eine, für mich, reizvolle Idee ist es auch für ein bestimmtes Grundstück einen Investoren Wettbewerb durchzuführen. So etwas gab es vor vielen Jahren schon einmal. Das bedeutet, Investoren stellen ihre Pläne für die Bebauung den Bürgern und der Politik vor und wir alle gemeinsam können anschließend darüber abstimmen welches Projekt wir für unser Stadtbild am besten halten. Das ist aktive Bürgerbeteiligung die mir sehr wichtig ist.